In der Ortsgemeinde Essingen wird die Tradition der Zupfmusik bereits seit über 50 Jahren gepflegt, so dass das ZOE im Jahr 2007 sein
50-jähriges Bestehen feiern konnte.
Hervorgehend aus einer bestehenden Theater- und Jugendgruppe innerhalb des Arbeiterbildungs-Vereins Essingen wurde im Jahre 1957 die „Mandolinengruppe Essingen“ gegründet. Als erste Ausbildungs- und Übungsleiterin konnte Frau Frieda Bibus gewonnen werden, die sich über 25 Jahre lang in unermüdlichem Einsatz um die Pflege und den Erhalt der Zupfmusikgruppe bemühte.
Im Jahre 1983 wurde die musikalische Leitung an Gisela Thibaut übertragen, die sich bis Ende 1990 mit großem Engagement für die Weiterentwicklung des Orchesters einsetzte. Es erfolgte der Beitritt zum Bund Deutscher Zupfmusiker e.V. (BDZ), Landesverband Rheinland-Pfalz. In der nachfolgenden Zeit wurde der allgemeinen Tendenz in der "Zupferszene", von Wanderliedern und Volksmusik hin zu mehr konzertanter Zupfmusik, Rechnung getragen, was zu einer Richtungsänderung im Repertoire führte.
Dank kontinuierlicher Erwachsenen- und vor allem der Jugendausbildung innerhalb des Vereins sowie durch rege Teilnahme der Orchesterspieler/innen an Fortbildungsmaßnahmen des BDZ konnte das „Mandolinenorchester Essingen“ – wie es sich seit 1987 nannte – sein musikalisches Niveau ständig weiter verbessern. Die Früchte dieser soliden Aus- und Fortbildung zeigten durch zahlreiche Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ bis hin auf Bundesebene aus den Reihen des Orchesters.
Mit der Übernahme der Orchesterleitung im Januar 1991 durch den Gitarristen und Lautenisten Jakob Ph. Ruppel wurde diese positive Entwicklung weiter vorangebracht. In den neun Jahren seiner Amtszeit (bis Ende 1999) hat er das Ensemble musikalisch entscheidend geprägt. Das besondere Anliegen Jakob Ruppels war es, die vielfältigen Klangmöglichkeiten eines solchen Ensembles voll auszuloten und unter Beweis zu stellen. Unter diesem Aspekt und mit Mut zum Experiment hat der mit zahlreichen eigenen Bearbeitungen, darunter Werke anspruchsvoller Streicherliteratur, mit dem Orchester Vorstöße in neue Bereiche der sog. Ernsten Musik gewagt.
Als Nachfolgerin von Jakob Ruppel, der 1999 in die Schweiz übersiedelte, wurde die musikalische Leitung im Dezember 1999 an Denise Wambsganß übertragen. Sie ist in Essingen aufgewachsen und erhielt ihren ersten Mandolinenunterricht im ortsansässigen Orchester. Sie hat an der Musikhochschule Köln, Abt. Wuppertal, ein Studium als Diplom-Musikerin und Diplom-Musikpädagogin im Fach Mandoline absolviert. Als international anerkannte und gefragte Konzert-Mandolinistin gilt sie mittlerweile als Virtuosin und Ausnahmekünstlerin auf ihrem Instrument. Unter ihrer professionellen Führung wird das hohe Leistungsniveau des Essinger Zupforchesters seit Jahren gehalten und ständig weiter gefördert. Geschickte Programmauswahl, stilgerechte Interpretationen, musikalische Feinarbeit mit viel Liebe zum Detail kennzeichnen ihre Arbeit als musikalische Leiterin des Orchesters.
Im September 2000 erfolgte die Abtrennung vom Arbeiterbildungsverein und die Gründung als eigenständiger Verein unter dem Namen „Zupforchester Essingen e.V.“ Aktive und passive Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, die Existenz und den Fortbestand dieses zweifelsohne als Rarität zu bezeichnenden Orchesters zu sichern und dadurch die wertvolle kulturelle Arbeit dieses speziellen musikalischen Betätigungsfeldes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Region zu erhalten.